Hitzewellen und Starkregen: Schwammstadt - Entsiegelung statt Betonwüsten | NDR Info
Jun 14, 2026•Channel
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Description
Pinneberg zeigt, wie Klimaanpassung gelingt: Die Schwammstadt als Zukunftsmodell
Das Klima verändert sich spürbar: Hitzeperioden und Starkregen treten in Norddeutschland immer häufiger und intensiver auf. Um sich langfristig an diese Bedingungen anzupassen, braucht es neue Lösungen – im Straßenbau, in Gebäuden und im Alltag. Eine kleine Stadt in Schleswig-Holstein geht dabei voran: Pinneberg setzt konsequent auf das Schwammstadt‑Prinzip, um urbane Räume widerstandsfähiger zu machen und die Klimaanpassung aktiv zu gestalten.
Hitzewellen und Starkregen in Schleswig-Holstein: Der Weckruf von Pinneberg
An einem scheinbar normalen Augustvormittag zog sich der Himmel über Pinneberg plötzlich zu. Innerhalb weniger Minuten fielen extreme Niederschlagsmengen. Hauptverkehrsstraßen standen unter Wasser, hunderte Keller liefen voll. Im örtlichen Krankenhaus drohten die Transformatoren für die Stromversorgung auszufallen. Nur durch den ununterbrochenen Einsatz von rund 150 Kräften von Feuerwehr und THW konnte ein größerer Schaden verhindert werden. Dieses Ereignis hat die Stadt wachgerüttelt.
Der aktuelle Klimareport zeigt: Seit 1881 ist die Jahresdurchschnittstemperatur in Schleswig-Holstein um rund 1,6 Grad Celsius gestiegen. Die Folgen sind längst sichtbar – Sturzfluten, langanhaltende Hitze und extreme Wolkenbrüche.
Klimaanpassungsgesetz: Kommunen stehen unter Zugzwang
Schleswig-Holstein will bis 2040 klimaneutral werden. Gleichzeitig müssen Städte und Gemeinden bereits heute auf die Auswirkungen des Klimawandels reagieren.
Bis Juni 2029 sind alle Kreise und kreisfreien Städte verpflichtet, konkrete Klimaanpassungskonzepte vorzulegen – eine Vorgabe aus dem bundesweiten Klimaanpassungsgesetz. Pinneberg wäre rechtlich nicht verpflichtet, ein eigenes Konzept zu erstellen, geht aber freiwillig voran. „Wir analysieren die gesamte Stadt und schauen genau, wo wir Hitzeinseln und extreme Temperaturbelastungen haben“, erklärt Milan Bogojevic von der Stabsstelle für klimagerechte Stadtentwicklung.
Das Prinzip Schwammstadt: Entsiegeln statt Beton
Besonders die dicht bebaute Innenstadt heizt sich im Sommer stark auf. Gleichzeitig ist das Gebiet durch den hohen Versiegelungsgrad bei Starkregen besonders gefährdet.
Ein zentraler Baustein der Lösung ist der Umbau der Ebertpassage – ein Pilotprojekt für die Schwammstadt.
Das passiert unter der Oberfläche:
Entsiegelte Flächen: Asphalt wird durch Pflanzeninseln ersetzt, die Regenwasser direkt aufnehmen.
Unterirdische Rigolen: Speichersysteme sammeln Wasser und versorgen Stadtbäume in Trockenzeiten.
Versickerungsfähige Parkplätze: Moderne Pflasterungen lassen Wasser ins Grundwasser durchsickern, statt die Kanalisation zu überlasten.
So funktioniert die Schwammstadt: Urbane Räume speichern Regenwasser wie ein Schwamm, statt es unkontrolliert abfließen zu lassen. Durch spätere Verdunstung entsteht zudem eine natürliche Kühlung an heißen Tagen.
00:00 Klimaanpassung und Extremwetter in Schleswig-Holstein
00:33 Gesetzliche Pflichten für kommunale Klimakonzepte
01:07 Modellprojekt Schwammstadt in Pinneberg Ebertpassage
01:42 Technische Funktion der unterirdischen Baumrigole
02:27 Entsiegelung und wasserdurchlässige Parkplatzsysteme
02:54 Finanzierung und Förderung von Klimaschutzprojekten
03:24 Bürgerrat und Bürgerentscheid in Pinneberg
03:49 Stand der Klimaanpassung in Schleswig-Holstein
Das Klima verändert sich, Hitze oder Starkregen werden häufiger und stärker. Um sich daran anzupassen, muss viel passieren. Auf Straßen, in Häusern und in der Gesellschaft. Pinneberg ist ein Vorbild. Mehr dazu: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/klimaanpassung-120.html
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Foto Thumb: NDR Screenshot //
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► Bei Temperaturen ab 30 Grad fühlen sich viele Menschen nicht mehr wohl. Was hilft, um die Hitze besser zu ertragen? Mehr dazu hier: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/sommerhitze132.html
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