Rekord-Kokainfund in Niedersachsen: Zoll schlägt in Wilhelmshaven zu | NDR Info
Jun 5, 2026•Channel
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Rekordfund im JadeWeserPort: Zoll stellt über acht Tonnen Kokain sicher
Dem deutschen Zoll ist im JadeWeserPort ein Schlag gegen die internationale Rauschgiftkriminalität gelungen. Bei einem spektakulären Einsatz in Wilhelmshaven stellten die Beamten mehr als acht Tonnen Kokain sicher – Straßenverkaufswert: rund 500 Millionen Euro. Wie die Generalzolldirektion Köln und die Staatsanwaltschaft Aurich mitteilten, wurde der Zugriff aus ermittlungstaktischen Gründen monatelang geheim gehalten. Ein internationales Täuschungsmanöver führte nun zu Festnahmen in Spanien.
Tarnladung Kakaobohnen: Der Zugriff im JadeWeserPort
Bereits am 9. Februar kontrollierten Ermittler des Hauptzollamts ein Containerschiff aus Sierra Leone, einem bekannten Umschlagsort für Kokain aus Südamerika. Die Frachtpapiere wiesen harmlose Kakaobohnen aus – doch die Röntgenbilder erzählten eine andere Geschichte:
Zwischen den Säcken lagen hunderte schwarze Pakete mit hochreinem Kokain. Eine Sicherstellung dieser Größenordnung hat es im JadeWeserPort bislang nicht gegeben.
Der Rekordfund in Zahlen
Menge: über 8.000 Kilogramm
Marktwert: ca. 500 Millionen Euro
Versteck: zwischen Kakaobohnen
Herkunft des Schiffes: Sierra Leone
Täuschungsmanöver der Zollfahndung: So tappte das Kartell in die Falle
Um die Hintermänner der Organisierten Kriminalität zu identifizieren, ersetzten die Ermittler das Kokain unbemerkt durch eine präparierte Attrappenladung. Das echte Rauschgift wurde mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft Aurich sofort vernichtet. „Die rasche Vernichtung war essenziell, um zu verhindern, dass die schwer bewaffnete Drogenbande versucht, die Ware mit Gewalt zurückzuholen“, erklärte Tino Igelmann, Leiter des Zollkriminalamtes. Der manipulierte Container setzte seine Reise anschließend wie geplant fort – Ziel: Barcelona.
Festnahmen in Spanien: GPS-Überwachung führt zum Zugriff
In Spanien überwachten die Behörden den Container wochenlang per GPS. Anfang Mai schlugen die Ermittler in El Ejido (Andalusien) zu: Eine Importfirma wollte die vermeintliche Lieferung entgegennehmen. Die Polizei nahm zwei spanische Staatsbürger fest, darunter einen Mann, der bereits wegen Rauschgiftdelikten europaweit bekannt ist. Monika Dennhardt, Leiterin der Zollfahndung Hannover, lobte die enge Zusammenarbeit: „Durch die internationale Kooperation ist es gelungen, die globalen Lieferstrukturen der Kartelle empfindlich zu stören.“
Neue Schmuggelrouten: Kartelle weichen auf kleinere Häfen aus
Der historische Fund bestätigt einen gefährlichen Trend: Da große europäische Häfen wie Antwerpen, Rotterdam und Hamburg ihre Sicherheitsstandards seit 2024 massiv verschärft haben, weichen Drogenkartelle zunehmend auf kleinere Frachthäfen aus – darunter Wilhelmshaven und Bremerhaven. Westafrikanische Staaten wie Sierra Leone fungieren dabei immer häufiger als logistische Drehscheiben. Erst vor wenigen Wochen stoppte die spanische Polizei ein weiteres Frachtschiff aus Sierra Leone – an Bord: über 30 Tonnen Kokain.
00:00 Kokainfund im JadeWeserPort Wilhelmshaven
00:27 Schmuggelroute über das Drehkreuz Westafrika
01:07 Festnahmen in Spanien nach Ermittlungen
01:18 Verdacht gegen Drogenbaron Jos Leijdekkers
01:55 Neue Strategie der internationalen Drogenbanden
02:23 Sicherheitsrisiken für kleinere deutsche Häfen
02:59 Vernichtung der Drogen durch Zollbehörden
Bei einer der deutschlandweit größten Sicherstellungen von Kokain in den vergangenen Jahren haben Zöllner im JadeWeserPort in Wilhelmshaven acht Tonnen der Droge beschlagnahmt. Mehr dazu: https://www.ndr.de/nachrichten/investigation/kokain-rekordfund-wilhelmshaven-100.html
#ndrinfo #Koks #Polizei
Foto Thumb: NDR Screenshot //
picture alliance / CHROMORANGE | Elke Münzel /
► Die Ermittler stießen bei der Kontrolle eines Containers im Hamburger Hafen auf 690 Kokainpakete - im Gesamtwert von 14 Millionen Euro. Mehr dazu: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/kokain-210.html
► Es war damals der größte je sichergestellte Kokainfund in Deutschland: 2021 wurden im Hamburger Hafen 16 Tonnen Kokain entdeckt. Vier Jahre später hat die spanische Polizei jetzt die mutmaßlichen Haupttäter gefasst. Mehr dazu: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/kokain-176.html
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