Netzausbau halb so teuer: Der einfache Netz‑Trick, der die Energiewende günstiger macht | NDR Info
May 11, 2026•Channel
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Stromnetz-Sharing: Wie flexible Netzanschlüsse die Energiewende günstiger machen
Die Kosten der Energiewende senken und gleichzeitig den Netzausbau beschleunigen? Ein Pilotprojekt der SH Netz GmbH in Kropp und Tüttendorf zeigt, wie sogenanntes Stromnetz‑Sharing durch flexible Netzanschlüsse (FCA) die Effizienz steigert. Wenn sich Windparks, Solaranlagen und Biogasanlagen einen gemeinsamen Netzanschluss teilen, profitieren Betreiber – und langfristig auch Verbraucher durch stabilere Netzentgelte.
Das Ende der alten Kraftwerkslogik
Früher folgte die Netzplanung einer einfachen Regel: Jedes Kohle- oder Atomkraftwerk erhielt einen eigenen Anschluss für seine volle Leistung. Da diese Kraftwerke rund um die Uhr liefen, war das Netz dauerhaft ausgelastet. Erneuerbare Energien funktionieren grundlegend anders. Solaranlagen liefern nachts keinen Strom, Windkraftanlagen stehen bei Flaute still. Dass sich diese Erzeuger bislang kaum einen Anschluss teilen durften, ist ein Relikt aus der fossilen Ära – und verhindert enorme Einsparpotenziale.
Kropp und Tüttendorf: Pioniere des flexiblen Netzanschlusses (FCA)
In Schleswig-Holstein wird das Konzept nun erstmals praktisch umgesetzt. Die SH Netz GmbH testet in Kropp und Tüttendorf geteilte Netzanschlüsse. Möglich wurde dies durch eine Gesetzesnovelle des Bundeswirtschaftsministeriums: Betreiber von Photovoltaik- und Biogasanlagen können nun vertraglich vereinbaren, denselben Anschlusspunkt zu nutzen.
Die Vorteile auf einen Blick
Zeitersparnis: Kein langwieriger Antrag für neue Netzanschlüsse, deren Bau oft Jahre dauert.
Kosteneffizienz: Bestehende Kabel und Transformatoren werden optimal ausgelastet.
Schnellere Einspeisung: Saubere Energie gelangt ohne zusätzliche Bürokratie schneller ins Netz.
Biogas und Speicher: Die idealen Partner für Wind und Solar
Besonders für flexible Biogasanlagen ist das Modell attraktiv. Moderne Anlagen mit großen Gasspeichern produzieren Strom gezielt dann, wenn Wind und Sonne schwächeln – also während einer Dunkelflaute.
In Kropp speist die Biogasanlage vor allem nachts ein, um den Solarpark nicht zu überlasten.
In Tüttendorf ist die Windkraft der begrenzende Faktor.
Diese netzdienliche Fahrweise ist heute Voraussetzung für Förderungen – und wirtschaftlich sinnvoll, da die Börsenstrompreise bei geringem Angebot besonders hoch sind.
Halbierung des Netzausbaubedarfs bis 2040
Für Netzbetreiber wirkt das Projekt wie ein „Druckablassventil“. Ohne flexible Lösungen müsste die SH Netz GmbH ihre Anschlusskapazität bis 2040 auf rund 36 GW vervierfachen. Durch das Überbauen bestehender Anschlusspunkte lässt sich dieser enorme Ausbaubedarf deutlich reduzieren. Zwar verzichten Anlagenbetreiber auf einen kleinen Teil ihrer Erlöse, doch die Vorteile überwiegen klar: Die Energiewende kommt schneller voran – und der erwartete Anstieg der Netzentgelte, die etwa ein Drittel des privaten Strompreises ausmachen, wird spürbar gebremst.
00:00 Energielandwirt des Jahres: Vision aus Tüttendorf
00:15 Modernisierung der Biogasanlage für gezielte Stromeinspeisung
00:37 Effiziente Netznutzung durch geteilte Stromnetz-Anschlüsse
01:11 Kombination von Wind, Solar und Biogas
01:37 Prognose 2040: Ansturm auf das deutsche Stromnetz
02:18 SH Netz als Vorreiter bei schnellen Anschlüssen
02:45 Klimaschonende Fernwärme und Wärmewende für Haushalte
03:04 Geringere Systemkosten durch intelligente Einspeisung
Wenn sich Wind- und Solarparks, Biogas und Speicher Anschlüsse ans Stromnetz teilen, kann das die Kosten für die Energiewende senken. Die SH Netz GmbH will es in Kropp und Tüttendorf ausprobieren. Mehr dazu: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/stromnetz-118.html
#ndrinfo #Stromnetz #Energie
Foto Thumb: NDR Screenshot //
picture alliance/dpa | Michael Brandt //
► Rund 700 Biogasanlagen fallen bis 2031 aus der Förderung. Nur wer investiert, kann weitermachen. Einige Anlagen werden verschwinden. Mehr dazu: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/biogas-128.html
► Die schwankende Erzeugung von Wind- und Sonnenstrom stellt das Netz vor Herausforderungen. Die Akkus in Bollingstedt sollen helfen. Mehr dazu: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/stromspeicher116.html
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