Zwischen Work-Life-Balance und Druck: Verliert die Gen Z den Aufstieg? | Überland | NDR Info

Jun 29, 2026Channel
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Wenn das Aufstiegsversprechen bröckelt: Warum junge Menschen Zukunftsangst haben Durch harte Arbeit, gute Bildung und Fleiß zu mehr Wohlstand gelangen – über Jahrzehnte war dieses Versprechen der Motor unserer Gesellschaft. Doch für viele junge Menschen in Deutschland greift diese Formel heute nicht mehr. Die Angst vor Wohlstandsverlust wächst, und das tief verwurzelte Aufstiegsversprechen bricht weg. Trotz Ausbildung, Studium oder Vollzeitjob schwindet der Glaube, es einmal besser zu haben als die Eltern. Was passiert mit einer Gesellschaft, in der Hoffnung auf sozialen Aufstieg durch lähmende Zukunftsangst ersetzt wird? Eine Spurensuche im Norden. Krise im Mittelstand: Wenn der öffentlichen Hand das Geld fehlt Im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich der Wohlstandsverlust besonders deutlich. In Marlow führt Mirko Ohm eine traditionsreiche Möbelfabrik mit rund 60 Beschäftigten. Sein Vater übernahm den Betrieb nach der Wende, irgendwann soll der Enkel folgen. Doch die Lage ist „schwierig“, sagt der Unternehmer und CDU-Lokalpolitiker. „Die öffentliche Hand hat zu wenig Geld“, erklärt Ohm. In den vergangenen drei Jahren sank der Umsatz um rund 1,5 Millionen Euro – ein direkter Effekt leerer kommunaler Kassen. Ob er den Betrieb sorgenfrei an die nächste Generation übergeben kann? „Schwer zu sagen“, meint Ohm. Work-Life-Balance vs. Leistungsbereitschaft Ohm beobachtet zudem einen Mentalitätswandel. Der Begriff Work-Life-Balance störe ihn: „Wir brauchen mehr Freizeit, mehr dies, mehr das… die sollen normal arbeiten gehen.“ Sein Sohn Marko sieht es ähnlich: Wohlstand entstehe durch harte Arbeit. Doch die Realität zeigt: Fleiß allein schützt heute immer seltener vor finanziellem Stillstand. Vollzeitjob und trotzdem Ebbe am Monatsende: Der Alltag der Gen Z „Es ist jeden Monat eine kleine Challenge“, sagt Kobs. Spontane Ausflüge oder Kinobesuche muss er genau kalkulieren. Zwar spart er 200 Euro im Monat, „aber wachsen tut daraus nichts“. Der Traum vom eigenen Auto rückt in die Ferne. Politische Appelle, man müsse einfach mehr arbeiten und sparen, frustrieren ihn: „Was sollen wir zurücklegen? Wenn nichts da ist, ist es schwer, noch mehr zurückzulegen.“ Warum Zukunftsangst radikal macht Wirtschaftsforscher bestätigen den Trend. Studien des Ifo-Instituts zeigen: Bis in die 1980er- und 1990er-Jahre stieg der Lebensstandard von Kindern statistisch über den ihrer Eltern. Heute ist das nicht mehr selbstverständlich. Der Rostocker Wissenschaftler Philipp Wichardt warnt: „Wenn ich Angst kriege und unter Druck gerate, verarbeite ich Informationen nicht mehr komplex und werde radikaler in den Ansichten.“ Politik dürfe diese Existenzängste nicht mit Floskeln abtun. Wer Sorgen kleinredet, treibt Menschen in Isolation oder extreme politische Lager. Studium ohne Eigenheim: Der Verzicht auf den Lebensstandard der Eltern Belana Ebert, 22, studiert Soziale Arbeit in Neubrandenburg. Ein WG-Zimmer kann sie sich nicht leisten – die Mieten sind zu hoch. Sie pendelt täglich 40 Kilometer aus Strassburg und wohnt weiter bei ihren Eltern. 00:00 Einleitung und Umfrage zum Wohlstandsverlust 00:43 Krise im Mittelstand bei Möbelfabrik Marlo 01:59 Debatte über Work-Life-Balance und Leistungsbereitschaft 03:13 Alltag und Geldsorgen eines angestellten Fotografen 04:53 Wissenschaftliche Analyse zur Zukunftsangst der Jugend 06:30 Wohnungsnot und Finanzierungssorgen einer jungen Studentin 08:21 Fazit zum schwindenden gesellschaftlichen Zusammenhalt Der Soziologe und Kulturwissenschaftler Andreas Reckwitz analysiert den Wandel vom Fortschrittsglauben, der unsere Gesellschaft bisher geprägt hat, zur Krisenstimmung angesichts von Klimawandel und weltweiten Konflikten. Mehr dazu: https://www.ndr.de/kultur/buch/reckwitz108.html #ndrinfo #sozialerAufstieg #Wohlstandsverlust Foto Thumb: NDR Screenshot // dpa / Torsten Sukrow / SULUPRESS.DE // ► 81 Prozent, also vier von fünf Bürgerinnen und Bürgern, sind der Meinung, der wirtschaftliche Wohlstand im Land sei ungerecht verteilt. Nur 15 Prozent halten den Status quo für gerecht. Mehr dazu: https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3238758.html ► Der Ökonom Stefan Traub fordert, den Fokus auf Bedarfsgerechtigkeit zu legen, um soziale Teilhabe zu gewährleisten. Das würde den Debatten die Polarisierung nehmen. Mehr dazu: https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3238446.html ► Die wichtigsten Nachrichten aus Norddeutschland gibt es auch bei WhatsApp. Abonnieren könnt ihr NDR Info auf WhatsApp hier: https://whatsapp.com/channel/0029VaDDZxZ3AzNIgqOFuS36 Ihr findet uns auch auf: ► Instagram: https://www.instagram.com/ndr.info/ ► Facebook: https://www.facebook.com/ndrinfo ► Kommentiert bei uns sehr gerne, aber bitte beachtet unsere Netiquette: https://www.ndr.de/service/technische_hilfe/Die-Kommentarrichtlinien,richtlinien101.html ► Datenschutz: https://www.ndr.de/service/datenschutz/index.html ► Impressum: https://www.ndr.de/service/impressum/index.html

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