VW Hauptversammlung: Konzernchef Blume verteidigt radikalen Sparkurs bei Volkswagen | NDR Info
Jun 19, 2026•Channel
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VW-Krise: Blume warnt vor historischem Einschnitt
Die Krise bei VW erreicht eine neue Dimension. Auf der virtuellen Hauptversammlung zog Konzernchef Oliver Blume eine alarmierende Bilanz: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich 2026 erneut drastisch verschärft. „Unsere Lage ist angespannt und anspruchsvoll“, sagte Blume. Das über Jahrzehnte erfolgreiche VW‑Geschäftsmodell funktioniere heute nicht mehr. Um die Zukunft des Konzerns zu sichern, verteidigte das Management den harten Sparkurs.
VW Stellenabbau 2026: 28.000 Abgänge bereits vereinbart
Der geplante Personalabbau nimmt klare Formen an. Bis 2030 sollen konzernweit rund 50.000 Stellen wegfallen. Laut Blume sind davon bereits 28.000 Abgänge vertraglich fixiert – überwiegend über Altersteilzeit und Aufhebungsverträge. Parallel will VW die Fabrikkosten deutlich senken. Überkapazitäten in den Werken sollen abgebaut, Produktionsstrukturen verschlankt werden. Welche Standorte in Deutschland und Europa besonders betroffen sind, ließ Blume offen. Für den Spätsommer kündigte er jedoch „wesentliche Richtungsentscheidungen“ gemeinsam mit dem Aufsichtsrat an.
Konkurrenzdruck aus China und geopolitische Risiken
Als zentrale Gründe für den Umbau nannte das Management:
Strengere Importzölle und neue Handelsbarrieren
Wachsende geopolitische Unsicherheiten
Massiven Preisdruck durch chinesische Hersteller
Trotz der angespannten Lage sieht Blume VW bei der Transformation zur Elektromobilität weiterhin „auf Kurs“. In Europa verteidige der Konzern die Marktführerschaft bei E‑Autos. 2025 sei ein „Jahr des Anpackens“ gewesen, in dem man geliefert habe, was versprochen wurde.
Aktionäre kritisieren Konzernstruktur
Zwar unterstützen viele Investoren den Sparkurs grundsätzlich, doch die Kritik an der strategischen Ausrichtung wächst. Ingo Speich, Fondsmanager der Deka, warnte, dass Sparen allein nicht reiche. VW müsse wieder attraktive, wettbewerbsfähige Modelle auf den Markt bringen. Zudem sieht Speich ein strukturelles Grundproblem im Konzern: „Volkswagen wird zerrieben durch die unterschiedlichen Interessen der Ankeraktionäre. Porsche, Piëch, das Land Niedersachsen, Katar – und die freien Aktionäre geraten dabei oft aus dem Blick.“
Überraschender Rückzug im Aufsichtsrat
Für zusätzlichen Wirbel sorgte eine Personalie: Aufsichtsrätin Susanne Wiegand trat überraschend nicht zur Wiederwahl an. Die frühere Renk‑Chefin hatte ihre Kandidatur kurzfristig zurückgezogen, wie Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch erklärte. Wiegand war erst ein Jahr zuvor als Nachrückerin ins Gremium gekommen und hätte eigentlich bis 2031 im Amt bleiben sollen. Gründe für ihren Rückzug nannte VW nicht.
Wie geht es weiter in Wolfsburg?
Die Lage des größten deutschen Autobauers sorgt bundesweit für Diskussionen. Sind die harten Einschnitte und der Abbau von 28.000 Stellen der notwendige Schritt, um VW wieder wettbewerbsfähig zu machen – oder riskiert der Konzern damit, im globalen Wettbewerb weiter zurückzufallen?
00:00 VW-Krise und Druck durch Konkurrenz aus China
0:27 Zukunftsentscheidungen und Unzufriedenheit in der Belegschaft
1:04 Analyse der Sparpläne von Oliver Blume
1:23 VW Stellenabbau und fixierter Jobabbau bis 2030
1:32 Neue E-Auto-Modelle für Europa und China-Markt
2:05 Wichtige Weichenstellungen und Sparmaßnahmen im Sommer
2:25 Kritik der Fondsgesellschaften an der VW-Konzernstruktur
2:50 Überraschender Rücktritt einer Aufsichtsrätin bei Volkswagen
Vor den Aktionären des Wolfsburger Konzerns sagte VW-Chef Blume, die Rahmenbedingungen hätten sich in diesem Jahr nochmals verschärft. "Unsere Lage ist angespannt und anspruchsvoll", sagte er. Darauf müsse der Konzern reagieren. Mehr dazu: https://www.ndr.de/niedersachsen/vw-1150.html
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► Bei VW schreiten laut Konzernchef Oliver Blume die Stellenstreichungen voran. Vor der Hauptversammlung in Wolfsburg kündigte er weitere Einsparungen an. Die betreffen wohl zwei Konzerntöchter. Mehr dazu: https://www.ndr.de/niedersachsen/vw-1140.html
► Der Gewinn des VW-Konzerns ist um fast die Hälfte eingebrochen. Tausende Stellen sollen abgebaut werden. Eine Automobilexpertin sieht VW dennoch auf einem guten Weg. Mehr dazu: https://www.ndr.de/niedersachsen/vw-1096.html
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